E‐Autos laden – die 10 wichtigsten Fragen für Sie beantwortet!

E‐Autos laden – die 10 wichtigsten Fragen für Sie beantwortet!

Sie interessieren sich für Elektroautos, möchten sich vielleicht selbst ein E‐Auto zulegen?

Dann sollten Sie unbedingt weiterlesen! Wir verraten Ihnen nämlich, was Sie wirklich zum Thema Ladezeiten, Ladestationen und Lademöglichkeiten wissen müssen.

Richard Heijnsbroek

Richard ist Country Manager der MHC Mobility Österreich und beschäftigt sich seit über 20 Jahre mit geschäftlicher Mobilität, Autovermietung und Autoleasing

E‐Autos laden ist vergleichbar mit Benzin tanken, dauert aber länger

Das Laden eines E‐Autos ist durchaus vergleichbar mit dem Tanken eines Benziners oder Diesel – mit dem Unterschied, dass „Stromtanken ” mehr Zeit in Anspruch nimmt. Prinzipiell können Sie Ihr Elektroauto mittels eines Heimladegeräts zu Hause oder an einer öffentlichen Ladestation aufladen. Dabei wird der Lithium‐Ionen‐Akkus – der „Tank” des Fahrzeugs – mit Strom versorgt.

Öffentliche Ladestationen finden Sie an Orten wie Lebensmittelgeschäften, Einkaufszentren, Tankstellen, Raststätten und Parkhäusern. Diese Stationen verfügen über eine Vielzahl von Steckern, die an den Ladeanschluss des Autos angeschlossen werden können. Unterschieden wird hierbei zwischen Wechselstrom‐ (AC) und Gleichstrom‐Ladestationen (DC).

1. Was ist der Unterschied zwischen Gleichstrom‐ und
Wechselstrom‐Stationen?

Die Wechselstromladung ist die gängigste Art der Batterieladung. Die am häufigsten anzutreffende Ladeleistung liegt bei robusten 11 bis 22 Kilowatt. Gleichstrom‐Schnellladestationen sind leistungsstärker (bis zu 350 kW) und ermöglichen Ladungen mit einer wesentlich höheren Leistung. Bei AC‐Ladesäulen (AC) wird der Strom im Zuge des Ladevorgangs in Gleichstrom umgewandelt, um die Batterie laden zu können.

Gleichstrom‐Ladegeräte sind ideal für Langstreckenfahrten, bei denen die Zeit knapp ist und Sie eine schnelle Aufladung benötigen. Allerdings ist die Nutzung teurer. Häufig findet man AC‐Ladesäulen an Tankstellen und bei Autobahnraststätten.

Übrigens: Ständiges Schnellladen sollte vermieden werden, da dadurch die Leistung des Akkus leidet.

Die unterschiedlichen Stecker‐Typen

Während bei DC‐Ladesäulen der genormte Stecker‐Typ 2 zum Einsatz kommt, wird beim AC‐Laden der CCS‐Standard (Combined Charging System, deutsch: kombiniertes Ladesystem) genutzt. Selten findet man hierzulande den vor allem bei japanischen Fahrzeugen verbreiteten Schnellladestecker ChaDeMo. Tesla‐Modelle haben eigene Ladestationen, die sogenannten Supercharger. Die Autos können aber auch mittels Typ‐2‐Stecker geladen werden. Mit einer schnellen Online‐Suche über das Handy können Sie auch unterwegs leicht feststellen, welche Anschlüsse an einer bestimmten Ladestation verfügbar sind.

2. Ladedauer E‐Autos: Wie lange dauert das Laden?

Bei der Ladezeit spielen sowohl die Größe des Akkus als auch die Ladeleistung eine entscheidende Rolle. Als Faustregel können Sie sich beim Laden die folgende Formel merken:

Ladedauer = Kapazität des Akkus (in kWh) ÷ Ladeleistung (in kWh).

In der Praxis hängt die Ladedauer aber von zahlreichen weiteren Faktoren ab, wie etwa der Ladeleistung der Ladesäule und des Onboard‐Laders im Auto, der Kapazität der Traktionsbatterie, vom Füllstand und der Temperatur der Batterie sowie vom allgemeinen State of Health (SOH) des Akkus. Für die Vergleichbarkeit verschiedener Modelle wird oft die Ladezeit von 10 % auf 80 % an einer Schnellladestation mit 350 kW herangezogen.

3. Was kostet Elektroauto aufladen?

Auch diese Frage lässt sich leider nicht mit einer konkreten Zahl beantworten, denn je nach Anbieter gibt es teils gravierende Preisunterschiede. Hinzu kommt, dass die Preise in den vergangenen Monaten aufgrund der Krise mitunter stark gestiegen sind.

Zuhause laden ist deutlich günstiger

In diesem Zusammenhang lohnt sich der Blick auf eine Studie der Arbeiterkammer. Wer eine 100 Kilometer lange Strecke mit einem durchschnittlichen E‐Fahrzeug (15 kW pro 100 km) zurücklegt, muss im Schnitt dafür 5,57 Euro bezahlen– sofern das Auto zu Hause geladen wurde. Wurde das Auto zu 80 % zu Hause und zu 20 % an externen Stromquellen aufgeladen, erhöht sich der Betrag auf durchschnittlich 6,57 Euro. Stammt der gesamte Strom aus öffentlichen Ladestationen, stehen indes 10,57 Euro zu Buche. Dies ist aber immer noch deutlich günstiger als mit dem Verbrenner.

Verrechnet werden die Kosten an öffentlichen Ladestationen zumeist pro Lademinute und nicht pro Kilowattstunde. Bezahlt wird mittels Ladekarte oder– immer öfter– auch per Bankomatkarte, Kreditkarte oder App.

4. Wie viele Ladepunkte gibt es in Österreich?

E‐Mobilität ist die Zukunft! Allein im Jahr 2022 wurden in Österreich 30.194 E‐Fahrzeuge neu zugelassen, dies waren immerhin 15,3 % aller Neuzulassungen. Zwei Jahre zuvor betrug die Anzahl gerade einmal 12.581 E‐Autos. Die gute Nachricht: Mit der Technik und der Popularität ist auch die Ladeinfrastruktur mitgewachsen. Derzeit befinden sich in ganz Österreich 13.809 öffentliche Ladepunkte, wobei sich davon 3.270 in Niederösterreich und 2.524 in Wien befinden. Schlusslicht ist das Burgenland mit 439 Ladepunkten.

Öffentliche Ladepunkte nach Bundesland

Niederösterreich3.270
Wien2.524
Tirol1.761
Oberösterreich1.603
Salzburg1.290
Steiermark1.274
Kärnten850
Vorarlberg808
Burgenland439

Stand: 30. Juni 2022, Quelle: Bundesverband Elektromobilität Österreich (BEÖ)

5. Wie lange darf ich an einer Ladestation halten?

Dies ist von Station zu Station unterschiedlich. Um unangenehme Überraschungen zu vermeiden, sollten Sie darum immer einen genauen Blick auf die Beschilderung werfen. Generell gilt: Eine Ladestation sollte immer nur zum Aufladen, aber nie zum Parken genutzt werden! Dies kann nämlich erhebliche Strafen zur Folge haben.

6. Kann ich mein Elektroauto auch bei Regen laden?

Ja. Seien Sie versichert, dass es bei verantwortungsbewusster und ordnungsgemäßer Verwendung keine Sicherheitsprobleme oder Gefahren durch Regen oder Spritzwasser gibt.

7. Ist es sinnvoll, mein Auto zu Hause via Steckdose aufzuladen?

Grundsätzlich ist es möglich, ein E‐Fahrzeug über eine haushaltsübliche Schuko‐Steckdose mit Strom zu versorgen. Sie sollten diese Op on aber nur als absolute Notlösung betrachten. Geerdete Steckdosen haben einen maximalen Nennstrom von 16 Ampere, der nur für eine begrenzte Zeit belastbar ist.

Vorsicht vor Brandgefahr!

Bei einem mehrstündigen Ladevorgang kann es aufgrund von Klemmstellen in der Zuleitung oder durch abgenutzte Kontakte zu einem Widerstand im Stromkreis kommen. Die Folge: Es droht akute Brandgefahr. Um mögliche Risiken zu verringern, wird o auf 6 bis 10 Ampere begrenzt. Wir empfehlen daher dringend die Installation einer Wallbox.

8. Welche Vorteile bieten Wallboxen?

Bequem, effizient und sicher: Mit einer Wallbox können Sie Ihr Fahrzeug jederzeit vor der eigenen Haustüre oder in der Garage aufladen. Eine Wallbox ist eine Ladestation, die an der Wand montiert wird. Sie stellt die Verbindung zum Stromnetz her und kommuniziert mit dem Ladegerät des Elektroautos über die verfügbare Energiemenge. Sie ermöglichen eine bessere Kontrolle über die Stromabnahme aus dem Stromnetz, sodass Besitzer ihren Energieverbrauch genauer regulieren können. Wallboxen bieten zudem einen Schutz vor Überlastungen und Kurzschlüssen.

Vereinfachungen dank WEG‐Novelle 2022

Mit der im Jänner 2022 in Kra getretene Novellierung des Wohnungseigentumsgesetzes (WEG‐Novelle 2022) wurde der Einbau von E‐Ladestationen (bis 5,5 kW/h) in Garagen deutlich erleichtert. So ist nun nicht mehr die Einholung einer aktiven Zustimmung aller
Parteien notwendig. Vielmehr gilt diese als bereits erteilt, wenn die übrigen Wohnungseigentümer vorab schriftlich über die geplanten Änderungen informiert wurden und nicht innerhalb von 2 Monaten Widerspruch einlegen. Als mögliche Alternative zu Wallboxen nennt der ÖAMTC ein passendes Kabel, das direkt an den Starkstrom angeschlossen wird.

9. Muss ich mein Auto stets mit 100 % laden?

Nein, keinesfalls. Um die Batterie Ihres Autos in Topform zu halten und die Langlebigkeit zu gewährleisten, ist es wichtig, eine moderate Laderoutine mit einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Voll‐ und Teilladungen einzuhalten. Der ideale Ladezustand sollte immer zwischen 20 und 80 % liegen und nie 0 % oder 100 % erreichen. Wenn Sie den Akku jeden Tag bis zur vollen Kapazität aufladen, wird die Leistung mit der Zeit immer geringer. Falls Sie die volle Reichweite Ihres E‐Autos nutzen möchten, beispielsweise für lange Fahrten, sollten Sie zeitnah nach dem Aufladen losfahren.

10. Wie gehe ich bei längerer Nichtbenutzung vor?

Für Langlebigkeit und Leistung ist es wichtig, dass Ihr Elektroauto auch bei längerer Nichtbenutzung aufgeladen bleibt. Um dies zu gewährleisten, ist es am besten, einen Ladestand zwischen 50 und 60 % einzuhalten. Achten Sie außerdem darauf, dass Sie Ihr
Auto möglichst an einem trockenen, schattigen Ort parken. Wie Sie sehen, können Sie die Lebensdauer der Lithium‐Ionen‐Akkus durch wenige
Maßnahmen verlängern – und dadurch sicherstellen, dass Sie viele Jahre Freude mit Ihrem neuen E‐Auto haben.

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